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Das Artenschutzprogramm Weißstorch im Freistaat Sachsen – ein Paradebeispiel für gemeinsames Handeln von ehrenamtlichem, staatlichem und Verbandsnatur-
schutz

Weißstorch – Flaggschiff für den Schutz von Wiesen und Feuchtgebieten

Der Weißstorch ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Europas. Er zählt zu den Indikatorarten für reich strukturierte, durch bäuerliche Bewirtschaftung geprägte Kulturlandschaften mit einer großen Nutzungsvielfalt, extensiv genutzten Landwirtschaftsflächen und naturnahen Auenbereichen. Nur dort findet er genügend Nahrung zur Aufzucht seiner Jungen. Bevorzugt lebt er in offenen Niederungsgebieten und Flussauen mit hohem Grünlandanteil sowie einem Mosaik aus Feucht- und Gewässerlebensräumen. Ein idealer Weißstorchlebensraum entspricht dem Leitbild des Naturschutzes für eine vielgestaltige, artenreiche, historisch gewachsene Offenlandschaft, die viele heimatgebundene Menschen als „harmonisch“ und „schön“ empfinden. Nicht zuletzt aufgrund seiner Beliebtheit und der Verankerung in Tradition und Volksglauben stellt der Weißstorch daher eine Flaggschiffart des Natur- und Heimatschutzes dar.

In Sachsen können die Erforschung und der Schutz des Weißstorchs auf eine lange Tradition und bemerkenswerte Erfolge zurückblicken. Der Schutz und die Entwicklung von Weißstorchlebensräumen sind mit dem Schutz und der Förderung eines breiten Artenspektrums sowie der Kulturlandschaft selbst gleichzusetzen. Der Rückgang der sächsischen Weißstorchbestände in jüngster Zeit und der für einen autarken Bestand zu geringe Bruterfolg spiegelt dabei die allgemeinen Probleme des Natur- und Artenschutzes in einer stark industrialisierten, ausgeräumten und immer intensiver genutzten Landschaft wider.


Bäuerlich geprägte Kulturlandschaft mit nahrungssuchenden Weißstörchen.
Foto: Uwe Stolzenburg

Das Artenschutzprogramm Weißstorch in Sachsen

Vor diesem Hintergrund startete bereits 1994 das Sächsische Umweltministerium in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern, allen voran dem Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Sachsen e. V., ein staatliches Artenschutzprogramm für den Weißstorch, welches bis heute von den verschiedenen Akteuren in unterschiedlicher Intensität fortgeführt wird. Erklärtes Ziel des Programms ist es, den derzeit schlechten Erhaltungszustand der sächsischen Weißstorchpopulation zu verbessern, indem die Ursachen für den Bestandsrückgang identifiziert und Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Bis zum Jahr 1996 erarbeitete das NABU-Naturschutzinstitut Region Dresden e. V. (NSI) in enger Zusammenarbeit mit dem LfUG mit Hilfe staatlicher Mittel ein Paket dringend notwendiger Weißstorchschutzmaßnahmen (Objektliste), welche sich mit der Verminderung von Mortalitäten und Gefahren z. B. an Mittelspannungsmasten, der Erhaltung und dem Neubau von Nistmöglichkeiten sowie mit der Verbesserung der Nahrungssituation der sächsischen Weißstorchpopulation beschäftigten. Im Vorfeld wurden dafür umfangreiche Untersuchungen zu populationsökologischen Kennwerten, zu Gefahrenpotenzialen, zum Zustand der Niststätten und der Ausstattung der sächsischen Weißstorchlebensräume sowie zu geeigneten Schutzmaßnahmen und Maßnahmeflächen angestellt.

Die Grundlagendaten für diese Untersuchungen lieferten sächsische Ornithologen, Vogelfreunde und Naturschützer, welche schon seit Jahrzehnten im Weißstorchschutz tätig sind. Ohne deren großes ehrenamtliches Engagement wäre die Zusammenstellung dieses Gemeinschaftswerkes nicht möglich gewesen. Das NSI trat dabei als Projektkoordinator auf, übernahm die Abstimmungen mit allen fachlich Beteiligten und wertete die gesammelten Daten wissenschaftlich aus. Darüber hinaus war das Institut in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, um ein breites Publikum auf die Problematik des Bestandsrückgangs aufmerksam zu machen, praktische Hinweise zum Weißstorchschutz zu vermitteln und Fachkreisen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse näher zu bringen.

Nach der Übergabe der Objektlisten an die zuständigen Behörden im Jahr 1996 und der Veröffentlichung der vorläufigen Projektergebnisse zum Artenschutzprogramm im Jahr 2000 endete zunächst der staatliche Auftrag an das NSI zum Weißstorchschutz. Die Umsetzung der gesammelten Maßnahmevorschläge oblag nun offiziell den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte.

Jedoch führten das Naturschutzinstitut Region Dresden e. V., die Oberlausitzer Biosphärenreservatsverwaltung bzw. der dort tätige Förderverein, die Artbetreuer Dr. R. Bäßler, W. Herschmann, C. Erdmann und Dr. J. Schimkat sowie mehrere sehr aktive Regionalbetreuer und regional tätige Naturschutzvereine (z. B. NABU-Ortsgruppen oder der Verein Pro Natura mit Sitz in Diesbahr-Seußlitz) in Eigeninitiative die Arbeiten zum Artenschutzprogramm fort und unterstützten die unteren Naturschutzbehörden damit maßgeblich.

Integriertes Bestandsmonitoring

Insbesondere die jährliche Erfassung von Bestand und Reproduktion wurde in Form eines so genannten „integrierten Bestandsmonitorings“ unter Einsatz der wissenschaftlichen Vogelberingungsmethode mit großem Eifer weitergeführt. Ziel dieses Ansatzes ist es, nicht nur regional die Bestandsentwicklung zu verfolgen, sondern auch zu ermitteln, warum Vogelbestände bestimmten Entwicklungen unterliegen. Dazu ist es nötig, neben der Bestandsentwicklung auch andere populationsökologische Parameter (z. B. Fortpflanzungserfolg, Sterblichkeit, Immigration/Emigration) zu untersuchen. Dann können mit Hilfe populationsökologischer Modelle die Einflüsse dieser Faktoren auf den Bestand ermittelt werden, um die eigentlichen Ursachen für Bestandsgrößen und deren Veränderungen besser zu identifizieren und zu quantifizieren. Dies ermöglicht im Folgenden die Erarbeitung und den Einsatz von effizienten Management- und Schutzmaßnahmen.

Der Weißstorch ist aufgrund der Überwachung jedes einzelnen Nistplatzes und der dabei erhobenen brutbiologischen und populationsökologischen Daten (insbesondere hinsichtlich Bestandsentwicklung und Bruterfolg) eine der am längsten und besten untersuchten Tierarten in Deutschland. Die Verknüpfung mit dem wissenschaftlichen Beringungsprogramm zur Erhebung von anderen wichtigen populationsökologischer Daten und zu den Zugwegen unserer Störche ermöglicht weitere wissenschaftliche Auswertungen.

Aus der Arbeit der Kreis- und Nistplatzbetreuer

Besonders wichtig für die Gewährleistung des integrierten Bestandsmonitorings sind die „Kreisbetreuer“, wobei sich der Begriff „Kreis“ auf die alten Landkreise vor den letzten beiden Kreisreformen bezieht. Diese Einteilung wird aus praktikablen Gründen auch weiterhin bestehen bleiben. Außerdem ist das Betreuungssystem mit seinen ehrenamtlich tätigen – und oftmals auch älteren – Personen historisch gewachsen, so dass auf die alten Strukturen Rücksicht genommen werden muss. Da die Weißstorchnistplätze und ihre Besetzung bzw. der dortige Fortpflanzungserfolg möglichst punktgenau im Geografischen Informationssystem (GIS) des NSI erfasst werden, sind spätere Auswertungen für Neu- und Altkreise oder auch Naturräume möglich.

Mit Hilfe des gut organisierten Betreuernetzes konnte auch der 6. Internationale Weißstorch-Zensus 2004/05 auch für das Bundesland Sachsen erfolgreich durchgeführt werden.

Die Kreisbetreuer erfassen in enger persönlicher Zusammenarbeit mit den Horstbetreuern nicht nur den Horststandort und die Brutergebnisse mit diversen Hinweisen zum Horstgeschehen in so genannten Kreislisten, sie sind auch wichtige Ansprechpartner für die Bürger und die Naturschutzbehörden, wenn es um den praktischen Weißstorchschutz geht.


Ein dringend sanierungsbedürftiger Horst.
 

Bei der Beringung von Jungstörchen.
Fotos: Peter Reuße

Alle Kreislisten werden nach Abschluss der Brutsaison zu den Regional- (Direktionsbezirk Leipzig) bzw. zu den Landesbetreuern im NSI Region Dresden geschickt. Für diesen Zweck hat das NSI Region Dresden ein auszufüllendes Formblatt entwickelt und verschickt dieses jährlich an die Kreisbetreuer. Die relativ wenigen Daten für den Direktionsbezirk Chemnitz werden direkt von der Regionalbetreuerin Dr. U. Heinrich abgefragt und danach an das NSI Region Dresden weitergeleitet. Die Landesbetreuer, welche die Daten weiter auswerten und aufbereiten, stellen den Jahresbericht zusammen und leiten diesen an das sächsische LfULG, die Vogelschutzwarte „Storchenhof Loburg“, an den Landesfachausschuss Ornithologie des NABU Sachsen sowie an die Bundesarbeitsgruppe Weißstorch des NABU weiter. Die Bundesarbeitsgruppe erarbeitet den bundesdeutschen Jahresbericht, der den Bundes- und Landesbehörden zur Verfügung gestellt wird. Da auch in den anderen Bundesländern ähnlich wie in Sachsen verfahren wird, entsteht durch diese Verfahrensweise für den Weißstorch eine kontinuierliche Datensammlung, die von großem wissenschaftlichem und naturschutzfachlichem Wert ist.

Zur Arbeit der engagierten Weißstorch-Kreisbetreuer gehört auch eine „Jahresinformation für alle Nestbeobachter“, die immer im Herbst nach dem Wegzug der Weißstörche zusammengestellt wird. Eine solche individuell übergebene „Jahresauswertung“ für die interessierten Menschen vor Ort ist von großer Wichtigkeit für den Naturschutz, da dieser von der Akzeptanz und der Mitarbeit breiter Kreise in der Bevölkerung lebt. Eine gute Möglichkeit den Naturschutz zu fördern, ist die Information über Belange des Artenschutzes und eine Einbindung interessierter Personen (häufig auch Kindern) in die „Arbeit“ mit einem Sympathieträger des Artenschutzes wie dem Weißstorch. „Nestbeobachter“ sind die Anwohner an den jeweiligen Horsten, die das Geschehen an „ihrem“ Weißstorchhorst überwachen. Dies fördert die Identifikation mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und das Verständnis für ökosystemare Zusammenhänge, beispielsweise zwischen dem Bruterfolg des ortsansässigen Weißstorchpaares und dem Nahrungsangebot in einer sich verändernden Landschaft. Zu den Nestbeobachtern wird von fast allen Kreisbetreuern ein guter Kontakt gehalten, so dass Informationen über die gesamte Brutsaison gewonnen werden können. Dazu wird ein Erfassungsbogen ausgegeben, auf dem alles Wichtige ausgefüllt und notiert wird.

Dieser Bogen enthält auch die Kontaktadresse oder Telefonnummern für die Meldung verletzt oder tot aufgefundener Weißstörche (Umweltamt des jeweiligen Kreises) und die direkten Ansprechpartner und -zeiten für verletzte Vögel (z. B. in Tierparken) und tote Vögel (Museum), falls das Umweltamt nicht erreicht werden kann sowie natürlich die Adresse des Kreisbetreuers. Diese kümmern sich nicht nur um verunglückte Tiere, sondern auch um die verwaisten Jungstörche, die von einem Elternteil alleine oft nicht mehr ausreichend ernährt werden können.

Neben der Erfassung brutbiologischer und populationsökologischer Daten, der Rettung verunglückter Störche und Umweltbildungsaufgaben widmen sich die ehrenamtlich tätigen Kreis- und Horstbetreuer seit Jahrzehnten mit unvermindert großem Einsatz der Kontrolle von Niststätten, organisieren aufwendige Horstsanierungen und die Errichtung neuer Horstunterlagen. Auch die Verminderung von Störungs- und Gefahrenquellen zählt zu deren Tätigkeitsfeld. So werden beispielsweise Gehölzrückschnitte durchgeführt, wenn Baumkronen zu nah an einen Horst herangewachsen sind und damit den An- und Abflug behindern. Schornsteine werden mit Gittern abgedeckt, um ein Hineinstürzen zu verhindern. Außerdem werden sukzessive sogenannte Waschbärenabweiser in Form von unbekletterbaren Metallmanschetten an Masten angebracht, die ein Ausrauben des Nestes vermeiden sollen.

Auch mit Hilfe von Fördermitteln konnten auf diese Weise ca. 150 bis zum Jahr 1996 festgestellte und in der Objektliste festgehaltene sowie alle in der Zwischenzeit identifizierten notwendigen Horstsanierungsmaßnahmen durchgeführt und zahlreiche Gefahrenquellen beseitigt werden.

Schutz und Verbesserung der Nahrungsgebiete


Fotomontage: Sabrina Lott
Die praktische Umsetzung von Lebensraumschutzvorhaben überstieg jedoch in der Regel die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Weißstorchschutzes. Die Weißstorchschützer waren hauptsächlich bei der Konzipierung der Maßnahmen und der Auswahl geeigneter Maßnahmeflächen involviert, während die Ausführung durch die unteren Naturschutzbehörden und landschaftspflegerische Einrichtungen wie z. B. den NABU-Instituten, Naturschutzstationen oder Landschaftspflegeverbänden zu leisten ist. Im Umland von Dresden hat beispielsweise das Naturschutzinstitut Region Dresden e. V. den Weißstorchschutz in dieser Hinsicht wesentlich befördert. Allerdings ist anzumerken, dass die Umsetzung von Lebensraummaßnahmen schon immer mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war und daher nur schleppend vorangeht. Beispielsweise können die Erwirkung der Eigentümer- und Flächennutzererlaubnis, die Erlangung von Genehmigungen, formelle Vorarbeiten für einen Flächenkauf, die Akquise von Finanzmitteln sowie die Durchführung der Biotopgestaltungsmaßnahmen nur mit einem erheblichen personellen wie finanziellen Aufwand bewerkstelligt werden, erfordern spezielles Fachwissen und den Einsatz teurer (Bau- und Mäh-)Maschinen. Bis zur Umsetzung können oft Jahre bis Jahrzehnte vergehen. Häufig scheitern die Projekte noch in der Vorbereitungsphase, meistens aufgrund ungenügender finanzieller Möglichkeiten oder dem Unwillen des Flächeneigentümers oder -nutzers, etwas für den Weißstorchschutz beizutragen.

Dennoch konnten zahlreiche Einzelprojekte realisiert werden, die auch heute noch weiter betreut, gepflegt und gegebenenfalls saniert werden. Laut sächsischer Förderdatenbank wurden im Zeitraum 1997 und 2007 immerhin mindestens 370 Maßnahmen vom Freistaat gefördert, die dem Weißstorch und anderen Offenlandbewohnern zu Gute kommen. Aus der Weißstorch-Objektliste wurde von 79 geplanten Lebensraumprojekten bisher ein Viertel umgesetzt. Stellvertretend soll hier das Weißstorchpilotprojekt „Sohlwiesen Großdittmannsdorf“ vor den Toren Dresdens in der Moritzburger Kleinkuppenlandschaft genannt werden, das sich zwischenzeitlich zu einem hervorragenden Lebensraum für Tier und Pflanzenarten mit einer Bindung an Feuchtlebensräume entwickelt hat. Eine Sanierung zur Zurückdrängung der stattgefundenen Verlandung und Eutrophierung, die Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit sowie die Wiederherstellung einer offenen Wasserfläche mit Flachwasserbereichen wird 2011 vom Freistaat Sachsen finanziell gefördert.

Vogelschutz an elektrischen Freileitungen

Dem Lebensraumschutz analoge Erfahrungen gibt es für die Reduzierung der Gefährdung des Weißstorchs durch elektrische Anlagen an Mittelspannungsleitungen vor allem im Zusammenhang mit den Energieversorgern (EVU). Auch hier liefern ehrenamtliche Weißstorchschützer bis heute wertvolle Hinweise zu Gefahrenquellen, deren Beseitigung den zuständigen Energieversorgungsunternehmen in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden obliegt. Durch den „Vogelschutzparagrafen“ (§ 41) im Bundesnaturschutzgesetz, nach dem die Energieversorger verpflichtet sind, bis 2012 alle für Vögel gefährlichen Mittelspannungsmasten zu entschärfen, sind zusätzlich zu den Zielen des 1994 aufgelegten Artenschutzprogramm Weißstorch viele Sicherungsmaßnahmen seitens der EVU durchgeführt worden. Andererseits finden sich im Umfeld vieler Nistplätze noch gefährliche Stromleitungsmasten, welche in Mitteleuropa die hauptsächliche Todesursache für adulte, aber auch junge ausgeflogene Störche sind. Durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse besteht auch hier ein neuer Handlungsbedarf, der in enger Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlichen Weißstorchschützern, den Naturschutzbehörden und den Energieversorgern schrittweise abzuarbeiten ist.


Fotos: NSI Dresden

 

Der Landtagsbeschluss von 2008 und seine Folgen

Durch den Beschluss des Sächsischen Landtags im Jahre 2008, dem Schutz von Offenlandarten (im sogenannten „Bodenbrüterprojekt“ der Sächsischen Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. mit den Zielarten Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn teilweise umgesetzt) eine neue Qualität zu geben und in diesem Zuge das Artenschutzprogramm Weißstorch wieder verstärkt fortzuführen, ergab sich für das NSI Dresden die Möglichkeit, eine aktuelle populationsökologische Analyse des sächsischen Weißstorchbestandes und eine neuerliche Bestandsaufnahme der sächsischen Weißstorchlebensräume durchzuführen und auf dieser Grundlage die mittlerweile veralteten Objektlisten von 1996 zu aktualisieren. Hauptgrund für den schlechten Erhaltungszustand des sächsischen Weißstorchbestandes und Anlass für die künftige Schwerpunktsetzung des Artenschutzprogramms Weißstorch ist der besorgniserregend niedrige Bruterfolg in Sachsen, welcher hauptsächlich durch einen Nahrungsmangel in der Brutzeit – bedingt durch eine intensive menschliche Nutzung der Landschaft – verursacht wird. Schwerpunkt des neu zusammengestellten Maßnahmekatalogs ist deshalb die Aufwertung von Weißstorchlebensräumen in Form einer Anreicherung mit Nahrungshabitaten bzw. einer Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit z. B. mit Hilfe einer angepassten Bewirtschaftung. Erkannte gute Nahrungsgebiete müssen im Gleichklang besonders geschützt und erhalten werden.

Auch die ehrenamtlich tätigen Weißstorchschützer haben dafür wichtige Vorschläge eingebracht. In Zusammenarbeit mit den zuständigen unteren Naturschutzbehörden wird in den folgenden Jahren das NSI Region Dresden die nötigen Schritte zur Realisierung des Maßnahmenkonzeptes sowie des Weißstorchschutzes allgemein praktisch und wissenschaftlich begleiten und weiter nach Finanzierungsmöglichkeiten für Weißstorch-Schutzmaßnahmen suchen.

Sabrina Lott & Jan Schimkat


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PDF-Dokumente zum Download

Artenschutzprogramm Weißstorch im Freistaat Sachsen 2010/2011 – Zusammenfassung des Maßnahmenkatalogs

Ergebnisse des Integrierten Monitoring Weißstorch in Ostdeutschland

Poster zum Integrierten Monitoring Weißstorch