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Teichbodenvegetation

Zur Wasserversorgung der Gruben im Freiberger Bergbaugebiet wurde in den letzten Jahrhunderten ein verzweigtes System von Kunstteichen und Gräben angelegt. Da die Teiche nicht vorrangig zur Fischzucht dienten, stellten sich mesotrophe Bedingungen ein, die sich teilweise bis heute erhalten konnten. Dies und die im jahreszeitlichen Rhythmus schwankenden Wasserstände sind Grundlage für die Entwicklung einer artenreichen Teichbodenvegetation mit Zwergbinsen- und Strandlingsgesellschaften.
Die Zwergbinsengesellschaften sind sehr kurzlebig, innerhalb weniger Woch-
en gelangen deren Charakterarten von der Keimung bis zur Samenreife. Be-
kannte Vertreter sind der Schlammling (Limosella aquatica), die Ei-Sumpfsim-
se (Eleocharis ovata) und das Scheidenblütgras (Coleanthus subtilis). Im Ge-
gensatz dazu überdauern die Arten der Strandlingsgesellschaften in Flach-
wasserbereichen Zeiten der Überflutung und blühen nach Absenkung des Wasserstandes.
Strandlings- und Zwergbinsengesellschaften sind europaweit geschützte Le-
bensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie. Seit etwa 20 Jahren wird die Vegetationsentwicklung an den Bergbauteichen im Raum Freiberg von Mitar-
beitern des Naturschutzinstitutes Freiberg regelmäßig kontrolliert und doku-
mentiert. In diesem Zeitraum konnten umfassende Erkenntnisse zu Entwick-
lungstendenzen, Artenausstattung und der Auswirkung der Gewässerbewirt-
schaftung gewonnen werden.

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Foto: © A. Golde

Foto: © A. Golde

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