zurück zur Startseite

FFH-Monitoring

Artikel 11 der FFH-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten zur Überwachung des Erhaltungszustandes der Arten der Anhänge II, IV und V ein systema-
tisches Monitoringsystem aufzubauen. Alle sechs Jahre ist der aktuelle Erhaltungszustand der jeweiligen Art auf einer soliden Datenbilanz zu aktua-
lisieren. Das FFH-Monitoring in Sachsen besteht aus vier Teilen: Grobmonitoring und Feinmonitoring für LRT sowie Präsenzmonitoring und Feinmonitoring für Arten. Das Grobmonitoring und das Präsenzmonitoring sollen vor allem zuverlässige Aussagen über die landesweite Verbreitung der LRT und Arten ermöglichen, während das Feinmonitoring vorrangig auf die Qualitätsparameter des FFH-Berichts ausgerichtet ist.


Vermessung eines Feldhamsterbaues während des FFH-Feinmonitorings.

Von den zurzeit in Sachsen vorkommenden 135 Arten der Anhänge II, IV und V der FFH-Richtlinie wird für 97 FFH-Arten ein landesweites Präsenzmonitoring und für 38 seltene Arten ein Feinmonitoring durchgeführt. Das NSI hat bisher wesentliche Koordinierungs- und auch praktische Erfassungsarbeit beim Monitoring verschiedener Amphibien- und Reptilienarten, beim Elbebiber und beim Feldhamster geleistet. Institutsmitarbeiter haben ebenfalls am landes-
weiten Fischottermonitoring mitgewirkt.


Einsatz von Flaschenfallen beim Kammmolch-Monitoring

Im Auftrag des sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie fungierte das NSI als Koordinator des Elbebiber-Monitorings im Rahmen der Umset-
zung der FFH-Richtlinie der EU. Für den Zeitraum von 2003 bis 2005 erfolgte landesweit in etwa 285 Biberrevieren eine einmalige Begehung zum Nach-
weis der Präsenz anhand von vorgefundenen Aktivitätsmerkmalen (Baue, Dämme, Schnitte, Markierungen). In cirka 25 Prozent der Reviere erfolgte zudem eine quantitative Erfassung der Biberbestände durch Ansitzkontrollen. Nach Abschluss der Freilandarbeiten wurden alle aufgenommenen Daten im NSI zusammengeführt, und es erfolgte eine zentrale Eingabe in die dafür vorgesehene Datenbank. Parallel dazu erfolgte im Jahr 2004 die Bearbeitung eines Werkvertrages des Staatlichen Umweltfachamtes Leipzig zur Entwicklung methodischer Vorgaben zum Biber-Monitoring in Nordwest-Sachsen.

Das NSI koordiniert landesweite und regio-
nale faunistische Erfassungsprogramme,
u. a. für den Elbebiber (castor fiber elbicus).
Spuren des Elbebibers.
Fotos: © NSI Leipzig

Ziel dieser Studie war es, ein Methodeninventar zu entwickeln, das die Erhe-
bung nachvollziehbarer Bestandsdaten bei einem realistischen Arbeitsauf-
wand und zugleich eine einheitliche Anwendbarkeit durch die jeweiligen Biberbetreuer und -kartierer ermöglicht. Dazu erfolgte in 120 Biberrevieren der Landkreise Torgau-Oschatz, Delitzsch und Muldentalkreis eine punktgenaue Kartierung aller alten und neuen aktivitätsanzeigenden Merkmale. Aufbauend auf dieser Datengrundlage wurde danach am Computer eine Revierabgren-
zung vorgenommen. Zudem wurden in den Revieren gezielte Ansitzkontrollen zur Bestandsermittlung durchgeführt und die Einsatzmöglichkeiten verschie-
dener technischer Hilfsmittel (Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte) zur Biber-
zählung getestet.


zurück zur Startseite